Grüne Infrastruktur im urbanen Raum: Grundlagen, Planung und Umsetzung in der integrierten Stadtentwicklung

Hintergrund

Im Zuge der allgemeinen Diskussion um eine nachhaltige Stadtentwicklung ist aktuell sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene ein steigendes Interesse an der Thematik Stadtgrün und dem Konzept der grünen Infrastruktur zu beobachten. Auf internationaler Ebene bezieht die EU-Strategie zur grünen Infrastruktur die städtischen Räume explizit mit ein, auch im derzeit in Entwicklung befindlichen "Bundeskonzept Grüne Infrastruktur" kommt Städten eine Bedeutung zu. Auf Bundesebene wurde weiterhin 2015 das Grünbuch Stadtgrün vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) vorgestellt, auf das 2017 ein entsprechendes Weißbuch folgen wird. Auch die Naturschutzoffensive 2020 des Bundesumweltministeriums aus dem Jahr 2015 verankert "Grün in der Stadt erleben" als eines von zehn vorrangigen Handlungsfeldern des Naturschutzes.

Projektziele

Das Forschungsvorhaben "Grüne Infrastruktur im urbanen Raum: Grundlagen, Planung und Umsetzung in der integrierten Stadtentwicklung" erörtert die Relevanz des Konzeptes der grünen Infrastruktur für den urbanen Raum und identifiziert Handlungsbedarf auf Bundesebene. Ein Eckpunktepapier zur urbanen grünen Infrastruktur in Deutschland wird unter Beteiligung von Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden entwickelt. Es soll die Kommunen bei der Entwicklung und Konzeption von urbaner grüner Infrastruktur fachlich unterstützen und damit einen Beitrag zur Umsetzung der Naturschutz-Offensive 2020 leisten. Im Rahmen des Vorhabens wird der aktuelle Wissens- und Forschungsstand zum Thema urbane grüne Infrastruktur wie auch Querbezüge zu anderen aktuellen naturschutzfachlichen Konzepten wie Ökosystemleistungen oder naturbasierte Lösungen diskutiert. Auch quantitative und qualitative Ziele für die urbane grüne Infrastruktur werden formuliert. Weiterhin werden informelle und formelle Instrumente mit Bezug zur Grün- und Freiraumplanung untersucht und Hinweise und Handlungsempfehlungen entwickelt. Sie sollen zeigen, wie Ziele und Maßnahmen zur Entwicklung einer grünen Infrastruktur in der Praxis der Stadtentwicklung (besser) verankert werden können. Diese werden auf der Recherche und Analyse von guten Beispielen und Diskussionen mit Experten aus Kommunen, Naturschutzverbänden und Fachorganisationen basieren. Es wird aufgezeigt, wie naturschutzfachliche Leitbilder, Strategien, Ziele und Themen verstärkt in die Stadtentwicklung integriert und umgesetzt werden können. Die Ergebnisse begleiten und untersetzen den Prozess zur Entwicklung des Weißbuchs.

Projektergebnisse

In drei Veranstaltungen mit der Fachöffentlichkeit und anhand von 20 Fallbeispielen wurde ein Konzept für urbane grüne Infrastruktur entwickelt. Unter Beteiligung von Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden entstand so ein Argumentationspapier, das strategische Schritte und Umsetzungsmöglichkeiten für die kommunale Praxis aufzeigt, um grüne Infrastruktur in Städten zu sichern, zu planen, zu entwickeln.

Am 30. Mai 2017 wurde in Leipzig vom BfN nun die Broschüre "Urbane Grüne Infrastruktur - Grundlage für attraktive und zukunftsfähige Städte" vorgestellt, die die wesentlichen Inhalte des Fachgutachtens zusammenfasst.

BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (Hrsg.)(2017): Urbane Grüne Infrastruktur - Grundlage für attraktive und zukunftsfähige Städte Hinweise für die kommunale Praxis, Selbstverlag.
>>Download, pdf-Datei (2,7 MB)

Das vollständige Gutachten wird in Kürze in der Schriftenreihe BfN-Skripten veröffentlicht.


Projektförderung und Laufzeit:

Bundesamt für Naturschutz (BfN), 01/2016 - 12/2016 

Kooperationspartner:

Technische Universität Berlin, Institut für Ökologie, Fachgebiet Ökosystemforschung / Pflanzenökologie (Prof. Dr. Ingo Kowarik), bgmr Landschaftsarchitekten GmbH (V.-Prof. Dr. Carlo W. Becker).

Bearbeitung: 

Rieke Hansen, Werner Rolf und Prof. Dr. Stephan Pauleit

Weitere Informationen

Kontakt: Rieke Hansen, Werner Rolf